Hör auf, dein Leben auf später zu verschieben

Jetzt ist der Moment, herauszufinden, wie du wirklich leben möchtest

Dein Leben ist jetzt. Nicht irgendwann, wenn alles ruhiger geworden ist, wenn mehr Geld da ist, wenn die Kinder dich weniger brauchen, wenn der Job besser passt oder wenn du dich eines Morgens vollkommen bereit für Veränderung fühlst.

Der perfekte Moment wird nie kommen und die Lebenszeit läuft…

Gerade in der Lebensmitte verändert sich der Blick auf vieles. Mit 45, 50, 55, 60 oder darüber hinaus wird uns bewusster, dass Zeit etwas Kostbares ist. Auch der Körper verändert sich. Hormone können einiges durcheinanderbringen, Gewohntes fühlt sich plötzlich anders an und manchmal scheint nicht nur der Körper, sondern gleich das ganze Leben neu sortiert werden zu wollen.

Was jahrelang selbstverständlich war, passt auf einmal nicht mehr. Dinge, die du lange hingenommen hast, beginnen dich zu stören. Wünsche, die irgendwo tief in dir geschlummert haben, werden wieder lauter.

Das muss keine Krise sein. Es kann eine Einladung sein, noch einmal sehr bewusst hinzuschauen und dich zu fragen:

Wann möchte ich eigentlich anfangen, mein eigenes Leben zu leben?

Du musst dein Leben nicht heute komplett neu erfinden. Veränderung beginnt oft mit einer bewußten Frage, einem Gedanken, den du nicht länger wegschiebst, oder einem ersten Schritt. Diese sieben Impulse können dir helfen, klarer zu sehen, was du wirklich möchtest.

7 Impulse, um herauszufinden, wie du wirklich leben möchtest

  1. Mach dir bewusst, wie kostbar deine Zeit ist.
    Nimm ein Maßband und stell dir vor, jeder Zentimeter steht für ein Lebensjahr. Wie viel hast du bereits gelebt, wie viel könnte noch vor dir liegen? Nicht um dir Angst zu machen, sondern als liebevollen Reminder: Dein Leben findet jetzt statt.
  2. Frag dich, was passiert, wenn du nichts veränderst.
    Wir denken meistens darüber nach, was bei einer Veränderung schiefgehen könnte. Dreh die Frage einmal um: Wie sieht dein Leben in fünf oder zehn Jahren aus, wenn alles genauso weiterläuft wie heute? Was kostet dich das Bleiben?
  3. Schreib auf, wie du nicht mehr leben möchtest.
    Was kostet dich Kraft? Was fühlt sich eng an? Welche Gewohnheiten, Aufgaben oder Lebensbereiche passen nicht mehr zu dir? Ehrlichkeit ist hier wichtiger als eine sofortige Lösung.
  4. Entwirf dein Leben einmal ohne Grenzen im Kopf.
    Nimm ein neues Blatt und frag dich: Wie möchte ich leben, arbeiten und meine Zeit verbringen? Wo möchte ich sein? Mit welchen Menschen? Was möchte ich noch erleben? Lass Geld, Erwartungen und Machbarkeit für diesen Moment außen vor.
  5. Frag dich: Wer bin ich ohne meine Rollen?
    Nicht als Mutter, Partnerin, Arbeitnehmerin, Unternehmerin oder Tochter. Wer bist du darunter? Was liebst du? Was begeistert dich? Wobei vergisst du die Zeit? Welche Seite von dir möchte wieder mehr Raum bekommen?
  6. Lies deinen eigenen Lebenslauf mit neuen Augen.
    Schreib nicht deinen beruflichen Lebenslauf, sondern deinen Lebensweg auf. Welche Krisen hast du überwunden? Welche Entscheidungen getroffen? Was gelernt? Wo warst du mutig? Erinnere dich daran, wie viel Erfahrung du bereits mitbringst. Mit 50, 60 oder 70 beginnst du nicht bei null.
  7. Mach aus einem Gedanken einen ersten Schritt.
    Du musst heute nicht dein gesamtes Leben verändern. Informiere dich, buch einen Kurs, fahr an einen Ort, der dich interessiert, fang wieder an zu schreiben oder zu malen, teste eine Idee. Vieles findest du nicht durch weiteres Nachdenken heraus, sondern erst, wenn du losgehst.

Mein rosa Maßband und die Frage, wie viel Leben noch vor mir liegt

Zu meinem Geburtstag bekam ich einmal ein wunderschönes rosa Maßband geschenkt. Einen Meter lang. Die Idee dahinter war so einfach wie eindrücklich: Der Teil des Maßbandes, der für die bereits gelebten Jahre steht, wird abgeschnitten.

Zurück bleibt das Stück, das noch vor einem liegen könnte.

Natürlich weiß niemand, ob wir 80, 90 oder noch älter werden. Genau darum geht es auch gar nicht.

Es geht um das Bild.

Wenn du 50 Jahre alt bist und einen Meter Leben vor dir liegen hast, ist bereits eine ganze Menge davon vergangen. Gleichzeitig liegt noch ein beachtliches Stück vor dir.

Was möchtest du daraus machen?

Ich habe dieses Maßband noch heute. Für mich ist es kein trauriges Symbol, sondern ein liebevoller Reminder daran, dass Jahre unglaublich schnell vergehen.

Man merkt es an den Sommern. Gerade beginnt einer, gefühlt wenige Augenblicke später färben sich die ersten Blätter. Wenn du Kinder hast, kennst du dieses Gefühl wahrscheinlich besonders gut. Eben waren sie klein und plötzlich fragst du dich, wann all diese Jahre eigentlich vergangen sind.

Zeit fühlt sich im Alltag manchmal langsam an und im Rückblick rasend schnell.

Deshalb darfst du dir diese Frage stellen:

Wie lange willst du noch auf irgendwann warten?

Irgendwann werde ich reisen. Irgendwann werde ich weniger arbeiten. Irgendwann ziehe ich vielleicht ans Meer. Irgendwann mache ich endlich das, was mir wirklich Freude bereitet. Irgendwann habe ich mehr Zeit für mich.

Nur steht dieses Irgendwann in keinem Kalender.

Was passiert, wenn du nichts veränderst?          

Diese Frage habe ich mir selbst irgendwann gestellt.                                      Du spürst, dass etwas in deinem Leben nicht mehr richtig passt? Dieser Blogartikel lädt dich dazu ein, ehrlich hinzuschauen: Was passiert, wenn du nichts veränderst? Mit 7 Impulsen für mehr Klarheit, neue Entscheidungen und einen bewussten Neuanfang in der Lebensmitte.

Nicht nur: Was könnte passieren, wenn ich etwas verändere?

Sondern genau andersherum:

Was passiert, wenn ich nichts ändere?

Für mich war das fast die wichtigere Frage.

Natürlich macht Veränderung Angst. Reicht das Geld? Funktioniert meine Idee? Was werden andere sagen? Treffe ich die richtige Entscheidung? Was geschieht, wenn ich mich irre?

Wir denken sehr ausführlich darüber nach, was wir durch eine Veränderung verlieren könnten. Viel seltener fragen wir uns, was uns das Bleiben kostet.

Was passiert, wenn du weitere fünf Jahre in einer Situation bleibst, die sich schon heute nicht mehr richtig anfühlt? Wie sieht dein Leben in zehn Jahren aus? Wird sich tatsächlich etwas grundlegend verändern, wenn du selbst nichts veränderst?

Ich habe Entscheidungen getroffen, vor denen ich große Angst hatte. Ich habe Jobs abgesagt, weil ich gespürt habe, dass ich diese Arbeit und die damit verbundene Energie nicht mehr in meinem Leben haben wollte.

Nicht, weil meine Angst verschwunden war.

Mein Warum war irgendwann größer als meine Angst.

Größer als all die Erklärungen, mit denen ich mir selbst über Jahre erzählt hatte, weshalb etwas noch nicht möglich sei.

Aus der Frage „Kann ich das überhaupt?“ wurde langsam eine viel interessantere:

Wie könnte ich es möglich machen?

Deine heutige Situation muss nicht deine Zukunft bleiben

Es gibt Lebensphasen, in denen Veränderung schwer erscheint. Du bist möglicherweise alleinerziehend und rechnest jeden Monat, wie du Miete, Lebensmittel und die Kosten für deine Kinder bezahlen sollst. Du bist auf deinen Job angewiesen, obwohl er dich schon lange nicht mehr erfüllt. Du kümmerst dich um andere Menschen oder hast gerade kaum Kraft für zusätzliche Veränderungen.

Solche Situationen sind real. Sie lassen sich nicht mit einem motivierenden Spruch wegwischen.

Trotzdem bedeutet deine heutige Situation nicht automatisch, dass dein Leben in fünf oder zehn Jahren genauso aussehen muss.

Zwischen „Ich bleibe für immer hier“ und „Ich kündige morgen alles“ liegt sehr viel Raum.

Du kannst dich informieren. Du kannst etwas Neues lernen. Du kannst eine Idee ausprobieren, Fähigkeiten entwickeln und Schritt für Schritt etwas aufbauen. Ein neuer Weg darf neben deinem heutigen Leben entstehen.

Das braucht möglicherweise Zeit.

Aber du gehst los.

Gerade unsere digitale Welt eröffnet Möglichkeiten, die früher kaum denkbar waren. Wissen ist überall zugänglich. Neue Berufe entstehen. Wir können lernen, schreiben, beraten, gestalten, unterrichten, Produkte entwickeln und mit Menschen arbeiten, die Hunderte oder Tausende Kilometer entfernt leben.

Nicht jede Idee funktioniert. Auch das gehört dazu.

Doch dein heutiges Leben ist nicht automatisch deine einzige Möglichkeit.

Du bist Gestalterin deines Lebens

Eigenverantwortung bedeutet für mich nicht, dass wir alles kontrollieren können oder für alles verantwortlich sind, was uns widerfährt. Krankheit, Verluste, wirtschaftliche Veränderungen und die Entscheidungen anderer Menschen können ein Leben innerhalb kurzer Zeit verändern.

Trotzdem besitzen wir Gestaltungsspielraum.

Du kannst Gewohnheiten hinterfragen, etwas lernen, Prioritäten verändern und genauer hinschauen, womit du deine Zeit verbringst. Du kannst überlegen, ob der Lebensstandard, für den du jeden Monat so viel arbeiten musst, tatsächlich noch zu dem Leben passt, das du führen möchtest.

Ich liebe schöne Kleidung, persönlichen Stil und Ästhetik. Für mich ist Kleidung ein Ausdruck der Persönlichkeit. Trotzdem brauche ich nicht ständig etwas Neues und muss nicht jedem Trend folgen.

Irgendwann darf man sich fragen:

Was ist mir wichtiger geworden? Mehr Dinge oder mehr Freiheit?

Deine Antwort kann vollkommen anders aussehen als meine.

Das ist gut so.

Es geht nicht darum, irgendein vermeintlich perfektes Leben nachzubauen.

Es geht darum, deines zu gestalten.

Mit 50, 60, 70 oder 80 ist es nicht zu spät

Mit 45, 50 oder 60 beginnst du nicht bei null.

Mit 70 übrigens auch nicht.

Selbst mit 80 können Menschen noch neue Ideen verwirklichen. Ich kenne Frauen, die in diesem Alter noch eine Firma gegründet haben.

Warum auch nicht?

Alter allein entscheidet nicht darüber, ob du neugierig sein, Neues lernen, etwas gestalten, reisen, kreativ werden oder eine Idee verwirklichen kannst.

Natürlich verändert sich unser Körper. Das Tempo kann sich verändern. Andere Dinge werden wichtiger.

Dafür bringst du etwas mit, das du mit 25 noch nicht besitzen konntest:

einen Schatz voller Erfahrung.

Du hast Entscheidungen getroffen, Menschen kennengelernt, Fehler gemacht, Krisen überstanden, Dinge aufgebaut und wieder losgelassen. Du hast improvisiert und wahrscheinlich bereits Situationen gemeistert, von denen du vorher dachtest, dass du sie niemals schaffen würdest.

Warum sollte diese Erfahrung nur dazu dienen, die nächsten Jahrzehnte genauso weiterzumachen wie bisher?

Mit 50, 60 oder 70 beginnst du nicht bei null.

Du beginnst mit allem, was du bereits gelernt hast.

Lies deinen eigenen Lebenslauf einmal anders

Schreib dir einmal deinen Lebenslauf auf.

Nicht den Lebenslauf, den du einer Bewerbung beilegen würdest.

Den Lebenslauf deines Lebens.

Wo warst du mit 20? Was hast du mit 30 gemacht? Welche Entscheidungen haben dein Leben verändert? Welche schwierigen Phasen hast du überstanden? Was hast du gelernt? Welche Menschen haben dich geprägt? Welche Umwege bist du gegangen? Wo warst du mutig, obwohl du es damals wahrscheinlich gar nicht so empfunden hast?

Lies dir anschließend in Ruhe durch, was dort steht.

Gönn dir diesen Gedanken:

Wow. Das war alles ich.

Wir schauen so oft auf das, was uns noch fehlt, dass wir vergessen, was wir längst geschafft haben.

Wer bist du, wenn alle Rollen einmal wegfallen?

Wer bist du?

Nicht als Mutter. Nicht als Ehefrau oder Lebenspartnerin. Nicht als Tochter. Nicht als Unternehmerin, Arbeitnehmerin oder Kollegin. Nicht als die Frau, die organisiert, Verantwortung übernimmt, Termine im Kopf behält und für andere da ist.

Wer bist du, wenn du all diese Rollen für einen Moment ablegst?

Diese Frage kann gerade in der Lebensmitte unglaublich spannend werden. Viele Frauen haben sich über Jahrzehnte über Aufgaben, Beziehungen und Verantwortlichkeiten definiert.

Was bleibt, wenn all das für einen Moment keine Rolle spielt?

Was liebst du? Was berührt dich? Wobei vergisst du die Zeit? Was interessiert dich wirklich? Welche Seite von dir ist irgendwann leiser geworden, weil sie nicht in dein damaliges Leben gepasst hat? Was würdest du tun, wenn du niemandem erklären müsstest, warum?

Du bist nicht nur eine Sache.

Du darfst vielseitig sein, widersprüchlich, still und wild, kreativ und vernünftig, neugierig und zurückgezogen.

Du darfst heute eine andere Frau sein als vor zehn oder zwanzig Jahren.

Fühl in dich hinein, was wirklich zu dir gehört

Ich war schon als Kind kreativ. Ich konnte mich stundenlang allein beschäftigen und vollkommen in etwas versinken. Viele Menschen um mich herum brauchte ich dafür nicht.

Später kam eine Zeit, in der ich dachte, ich müsste anders sein. Mehr in Gruppen sein, ständig networken, mich verbinden, überall dazugehören und mich auf eine bestimmte Art zeigen.

Heute weiß ich, dass das nicht meine Art ist.

Ich suche mir bewusst aus, mit welchen Menschen ich meine Zeit verbringen möchte. Ich mag Begegnungen und auch Gruppen, wenn sie zu mir passen. Gleichzeitig brauche ich Rückzug, Freiheit und Raum für meine eigenen Gedanken.

Genau das bin ich: vielseitig, neugierig, kreativ, ein Scanner Typ, eine Multi Passionata. Auch wokolifestyle darf deshalb bunt sein. Mal geht es um Ernährung, dann um ätherische Öle, Kreativität, Reisen, Lebensfreude oder um Gedanken wie diese.

Früher dachte ich manchmal, ich hätte vielleicht falsch abgebogen.

Heute würde ich sagen:

Ich habe viele spannende Erfahrungswege genommen. Sie haben mich irgendwann zurück zu mir geführt.

Du lebst nicht, um es allen recht zu machen. Du darfst anders sein. Aufregend, still, verrückt, verzückt, kreativ, elegant, introvertiert oder vollkommen unkonventionell.

Du musst nicht in das Bild eines anderen Menschen passen.

Dein Umfeld beeinflusst, was du für möglich hältst

Auch die Menschen um uns herum spielen eine größere Rolle, als wir manchmal wahrhaben möchten.

Wenn du immer wieder hörst, weshalb deine Ideen nicht funktionieren können, warum etwas zu riskant sei oder warum man in deinem Alter bestimmte Dinge nicht mehr macht, können selbst große Träume irgendwann sehr klein werden.

Ganz anders fühlt es sich an, wenn du Menschen begegnest, die neugierig bleiben, Dinge ausprobieren, ungewöhnliche Lebenswege gehen und nicht bei jedem Gedanken zuerst nach dem Problem suchen.

Ein inspirierendes Umfeld kann dir keine Entscheidung abnehmen. Es kann aber deinen Blick darauf verändern, was du überhaupt für möglich hältst.

Du darfst deshalb bewusst wählen, wem du deine Gedanken, deine Zeit und deine Energie schenkst.

Nicht jeder Mensch muss deine Vision verstehen.

Nicht jede junge Idee muss sofort mit Menschen besprochen werden, die sie im nächsten Moment wieder kleinreden.

Du kannst nicht alles mit dem Kopf lösen

Wir versuchen häufig, Veränderung vollständig zu durchdenken, bevor wir überhaupt losgehen.

Wir möchten wissen, ob ein anderer Ort wirklich zu uns passt, bevor wir dort gelebt haben. Wir wollen wissen, ob eine berufliche Idee funktioniert, bevor wir sie ausprobieren. Wir wünschen uns Gewissheit, bevor wir uns bewegen.

So funktioniert Leben selten.

Vieles findest du erst heraus, wenn du losgehst.

Du sammelst Erfahrungen, merkst, was zu dir passt, verwirfst etwas, änderst die Richtung und entdeckst plötzlich Möglichkeiten, die du vorher gar nicht sehen konntest.

Manche Antworten liegen nicht im Denken.

Sie liegen im Erleben.

Du musst den ganzen Weg noch nicht kennen.

Der nächste Schritt reicht.

Wonach ruft deine Seele schon lange?

Nimm dir für diese Frage bewusst Zeit. Leg dein Handy weg und such dir einen Ort, an dem du für eine Weile ungestört bist. Mach es dir schön. Lass leise Musik laufen und verwende ein ätherisches Öl, dessen Duft du besonders liebst, wenn du eines zu Hause hast.

Stell dir vor, du sitzt gedanklich in einem leeren Raum. Für diesen Moment gibt es keine Termine, keine Verpflichtungen, keine finanziellen Überlegungen und keine Meinung anderer Menschen.

Nimm ein Blatt Papier und schreib oben darauf:

So möchte ich nicht mehr leben.

Schreib ehrlich. Was kostet dich Kraft? Was fühlt sich eng an? Was tust du nur noch aus Gewohnheit? Wo stellst du dich selbst schon lange zurück? Was passt nicht mehr zu der Frau, die du heute bist?

Leg das Blatt anschließend weg. Steh auf, geh ein paar Schritte, schau aus dem Fenster, trink etwas und lass deinen Kopf wieder frei werden.

Danach nimmst du ein neues Blatt.

Schließ für einen Moment die Augen und fühl in dich hinein.

Nicht in das, was vernünftig wäre.

Nicht in das, was andere von dir erwarten.

In dich.

Wie möchtest du leben? Wo möchtest du sein? Wie möchtest du arbeiten? Wie möchtest du morgens aufwachen? Mit welchen Menschen möchtest du deine Zeit verbringen? Was möchtest du noch sehen, entdecken, lernen und erleben? Was würdest du tun, wenn niemand darüber urteilen würde? Wonach sehnst du dich schon seit Jahren? Wie würdest du deine Tage verbringen, wenn Geld, Erwartungen und Machbarkeit für einen Moment keine Rolle spielten?

Dann schreib.

Du verpflichtest dich damit zu nichts.

Du gibst lediglich dem Raum, was vielleicht schon sehr lange in dir steckt.

Es dürfen dabei auch Tränen kommen. Manchmal merken wir beim Schreiben erst, wie viele Wünsche, Gefühle und Gedanken wir über Jahre zurückgehalten haben.

Journaling Fragen für deine Zukunft

Genau deshalb liebe ich Journaling. Es gibt dir keine fertigen Antworten. Es schafft einen Raum, in dem deine eigenen Antworten wieder hörbar werden können.

Journaling Fragen über deine Zukunft, deine Gefühle, Selbstliebe und deine Wünsche können gerade in der Lebensmitte eine wunderbare Form der Selbstbegegnung sein.

Dabei geht es nicht darum, dich permanent zu optimieren.

Es geht darum, dich wieder besser kennenzulernen.

Auch Journaling Fragen für jeden Tag müssen nicht kompliziert sein. Eine einzige ehrliche Frage kann reichen: Was brauche ich heute? Wo war ich heute ganz bei mir? Was hat mir Kraft gegeben? Was möchte ich loslassen? Was wünsche ich mir für meine Zukunft? Was würde ich tun, wenn ich mir selbst stärker vertrauen würde?

Diese kleinen Fragen können zu einer täglichen Journaling Inspiration werden und dich daran erinnern, bei dir selbst einzuchecken, statt nur durch deine Tage zu funktionieren.

Dankbarkeit leben jeden Tag

Bei all den Gedanken über Zukunft, Träume und neue Wege möchte ich eines nicht vergessen: die Dankbarkeit für das, was bereits da ist.

Dankbarkeit braucht keinen besonderen Anlass.

Sie darf mitten im ganz normalen Leben stattfinden.

Dankbarkeit für deinen Körper, der dich bis hierher getragen hat. Für Menschen, die dich begleiten. Für ein Dach über dem Kopf. Für Sonne auf der Haut. Für einen Kaffee am Morgen. Für ein gutes Gespräch. Für einen Spaziergang. Für einen Moment, in dem du lachen musst. Für all die Erfahrungen, die dich zu der Frau gemacht haben, die du heute bist.

Wir schauen so schnell auf das, was fehlt, dass wir manchmal übersehen, wie viel längst da ist.

Henry Ward Beecher wird der schöne Satz zugeschrieben:

„Dankbarkeit ist die schönste Blüte, die aus der Seele entspringt.“

Dankbarkeit ist deshalb auch eine wunderbare Journaling Gewohnheit. Nicht als Pflichtübung, sondern als ehrliche Begegnung mit dir selbst.

Frag dich am Abend: Was war heute gut? Was hat mich berührt? Wofür bin ich heute wirklich dankbar? Was hat mir Freude gemacht? Wo war ich heute ehrlich zu mir selbst?

Du musst einen schwierigen Tag nicht schönreden.

Ehrlichkeit gehört dazu.

Ein Tag kann anstrengend gewesen sein und trotzdem einen einzigen Moment enthalten haben, für den du dankbar bist.

Du nimmst dein Leben dadurch bewusster wahr, während es stattfindet.

Nicht erst im Rückblick.

Erinner dich daran, was dich lebendig macht

Manchmal führt die Spur zurück in deine Kindheit.

Was hast du früher gerne getan, bevor alles sinnvoll, erfolgreich oder nützlich sein musste?

Malen, schreiben, tanzen, bauen, fotografieren, Geschichten erfinden, Musik machen, kochen, gestalten, Tiere beobachten, draußen sein, Neues entdecken. Nicht jede Leidenschaft muss ein Beruf oder ein Business werden. Sie darf einfach wieder Raum in deinem Leben bekommen.

Mach Musik an und tanz durch dein Wohnzimmer.

Niemand muss zuschauen.

Falls doch, darf es dir egal sein.

Manchmal brauchen wir nicht noch eine neue Strategie.

Manchmal müssen wir uns zuerst daran erinnern, wie es sich anfühlt, lebendig zu sein.

Dein Leben ist zum Erleben da

Ich kenne Zeiten, in denen alles aussichtslos erscheint. Ich kenne Tränen, schlaflose Nächte, Zweifel und dieses Gefühl, überhaupt nicht genau zu wissen, wohin man eigentlich möchte.

Von außen sieht Veränderung später häufig viel leichter aus, als sie sich mittendrin angefühlt hat.

Irgendwann habe ich begonnen, wieder stärker auf mich zu hören. Auf meinen Körper, meine Bedürfnisse, meine Kreativität und auf die Orte, an denen ich mich lebendig fühle.

Ich liebe den Süden und die Sonne. Ich merke, dass bestimmte Orte etwas in mir freisetzen, meine Energie verändern und meine Kreativität wieder fließen lassen.

Früher hörte ich Sätze wie: Man kann doch überall glücklich sein.

Für mich stimmt das nicht.

Ein Ort kann sich wie ein Seelenort anfühlen. Ein bestimmter Lebensrhythmus kann zu dir passen oder eben nicht. Ein Umfeld kann dich öffnen oder eng werden lassen.

Das ist meine Wahrheit.

Deine kann vollkommen anders aussehen.

Genau darum geht es.

Gib deinen Träumen mehr Energie als deinen Ängsten

Es liegt an uns selbst, uns ein buntes Leben voller Liebe, Freude und Möglichkeiten zu kreieren. Nicht perfekt, nicht ohne Umwege und ganz sicher nicht ohne schwierige Tage. Aber ein Leben, in dem wir uns selbst wiedererkennen.

Ich mag diesen Gedanken:

„Wunder beginnen immer dann, wenn wir unseren Träumen mehr Energie geben als unseren Ängsten.“
Autor unbekannt

Du musst nicht darauf warten, dass die Angst vollständig verschwindet.

Nimm sie mit. Sie darf da sein. Nur sollte sie nicht dauerhaft darüber entscheiden, wie groß dein Leben sein darf.

Probier etwas aus. Lern etwas Neues. Fahr an den Ort, der dich schon lange ruft. Fang wieder an zu malen. Entwickle eine Idee. Verändere deine Arbeit, wenn sie nicht mehr zu dir passt. Umgib dich mit Menschen, die dein Feuer nicht kleiner machen.

Nicht alles wird funktionieren. Das muss es auch nicht. Du kannst korrigieren, neu entscheiden und einen anderen Weg nehmen.

Du hast bereits so viel erlebt. Du darfst dir zutrauen, auch das nächste Kapitel deines Lebens zu gestalten.

Häufige Fragen zum Neuanfang in der Lebensmitte

Ist es mit 50, 60 oder 70 zu spät, das eigene Leben noch einmal zu verändern?

Nein. Veränderung hat kein Ablaufdatum. Deine Möglichkeiten können sich im Laufe des Lebens verändern, gleichzeitig wachsen Erfahrung, Wissen und Klarheit. Auch mit 60, 70 oder 80 können neue Projekte, Reisen, Beziehungen, kreative Ideen oder berufliche Wege entstehen.

Muss ich meinen Job kündigen, wenn ich mein Leben verändern möchte?

Nein. Veränderung kann parallel zu deinem bisherigen Leben entstehen. Du kannst dich weiterbilden, eine Idee ausprobieren, etwas nebenbei aufbauen oder zunächst herausfinden, welche Veränderung du überhaupt möchtest.

Wie finde ich heraus, wie ich wirklich leben möchte?

Nimm dir bewusst Zeit ohne Ablenkung. Schreib zunächst auf, was nicht mehr zu dir passt. Danach beschäftigst du dich mit der Frage, wie du leben würdest, wenn Erwartungen und alte Vorstellungen für einen Moment keine Rolle spielten.

Welche Journaling Fragen helfen bei einem Neuanfang?

Fragen wie „Wer bin ich ohne meine Rollen?“, „Wonach sehne ich mich?“, „Was möchte ich nicht mehr?“, „Was möchte ich noch erleben?“ oder „Wie würde ich meine Zeit verbringen, wenn ich frei entscheiden könnte?“ können dir helfen, deine eigenen Wünsche klarer wahrzunehmen.

Kann ich mit 70 oder 80 noch etwas Neues beginnen?

Natürlich können auch in einem höheren Alter neue Ideen entstehen. Was körperlich, finanziell oder organisatorisch möglich ist, ist individuell. Das Alter allein muss jedoch kein Grund sein, Neugier, Kreativität und eigene Projekte aufzugeben.

Fazit Das Leben ist zu kurz, um es auf später zu verschieben

Nimm dir dein eigenes Maßband ruhig einmal vor.

Schau auf die Jahre, die bereits hinter dir liegen. Nicht mit Wehmut, sondern mit Staunen.

Wie viel hast du erlebt? Wie viele Menschen hast du getroffen? Wie oft hast du gelacht, geweint, angefangen, aufgehört, gezweifelt, dich neu entschieden und wieder aufgerichtet?

Dann schau auf den Teil, der noch vor dir liegen könnte.

Was möchtest du daraus machen?

Es geht nicht darum, morgen ein vollkommen anderes Leben zu führen. Es geht darum, deine Zeit wieder bewusst wahrzunehmen.

Du möchtest reisen? Dann beschäftige dich damit. Du möchtest etwas Eigenes aufbauen? Fang an, dich zu informieren. Du möchtest schreiben, malen, am Meer leben, weniger arbeiten, eine neue Sprache lernen oder noch einmal beruflich etwas völlig anderes machen? Nimm diesen Wunsch ernst.

Niemand kann dir sagen, wie dein richtiges Leben aussehen soll.

Diese Antwort gehört dir.

Sei neugierig auf die Frau, die du noch werden kannst. Vertrau deiner Erfahrung. Hör auf dein Herz. Lass dich nicht von deinem Alter davon abhalten, ein neues Kapitel zu beginnen.

Du musst den ganzen Weg nicht kennen.

Der nächste Schritt reicht.

Das Leben ist zu kurz, um es auf später zu verschieben.

Irgendwann wird nicht kommen. Irgendwann ist zu spät. Mach es jetzt.

Ciao 💖

Wonja

Blog wokolifestyle.de für Frauen 45+ über Well Aging mit natürlichen Methoden, gesunde Rezepte und Wohlfühlrituale für ein bewußtes Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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