Von fast 80 Kilo zurück zum Wohlfühlgewicht in den Wechseljahren

Du möchtest wissen, wie ich ohne radikale Diät von fast 80 Kilo zurück zu meinem Wohlfühlgewicht gefunden habe?

Es gibt Momente im Leben, die dich plötzlich zum Nachdenken bringen. Nicht, weil jemand etwas sagt oder die Waage eine bestimmte Zahl zeigt. Sondern weil du dich selbst aus einer neuen Perspektive betrachtest.

Bei mir war es eine Reise, genauer gesagt mehrere. In den letzten Jahren waren wir immer wieder mit dem Auto durch Portugal, Spanien, Frankreich und Italien unterwegs. Morgens ein Espresso in der Sonne, kleine Gassen, einfach das Leben beobachten. Und mit der Zeit fiel mir immer wieder etwas auf: Egal in welchem Land, ich sah immer mehr Menschen mit Übergewicht. Frauen, Männer, Jugendliche, sogar Kinder. Besonders auf Reisen ist mir das aufgefallen, aber natürlich beschränkt sich das nicht aufs Ausland. Wenn ich heute bewusst durch die Straßen bei uns in Deutschland laufe, sehe ich ein ganz ähnliches Bild. Irgendwann las ich zu Hause aktuelle Zahlen und wurde nachdenklich. Nicht, weil ich mit dem Finger auf andere zeigen wollte, sondern weil ein Gedanke auftauchte, den ich lange vor mir hergeschoben hatte: Ich war selbst längst ein Teil dieser Entwicklung.

Fast 80 Kilo und das Gefühl, mich selbst zu verlieren

Natürlich spielen die Wechseljahre eine Rolle. Unsere Hormone verändern sich, und viele Frauen nehmen leichter zu. Trotzdem wäre es mir zu einfach, alles nur darauf zu schieben. Wenn ich zurückblicke, gehörten auch Stress, wenig Bewegung und meine kleinen Gewohnheiten dazu. Das Croissant unterwegs, die Schokolade zum Kaffee, das Glas Wein am Abend, das Bonbon beim Friseur. Nichts davon war schlimm. Aber alles zusammen machte einen Unterschied.

Dazu kam mein Alltag: viel Arbeit am Bildschirm, wenig Bewegung, ständig das Gefühl, funktionieren zu müssen. Irgendwann zeigte die Waage fast 80 Kilo. Viel schwerer wog aber etwas anderes: Ich fühlte mich nicht mehr wie ich selbst. Ich hatte weniger, meine Leichtigkeit und die Freude an der Bewegung. Es ging mir längst nicht mehr nur um eine Zahl, sondern um mein Wohlbefinden & Fitness.

Wohlstandsgewicht: Warum es uns heute so oft trifft

Was mir in dieser Zeit klar wurde: Ich bin mit diesem Thema nicht allein. Wir leben in einer Welt, in der Essen jederzeit verfügbar ist, während wir uns immer weniger bewegen müssen. Wir fahren, statt zu laufen, arbeiten im Sitzen und greifen zwischendurch oft ganz automatisch zu etwas Essbarem, nicht aus Hunger, sondern weil es einfach da ist.

Der Kaffee-Keks, das Bonbon beim Friseur, die Handvoll Nüsse im Vorbeigehen, das Probieren beim Kochen, das Eis im Urlaub. Jede Kleinigkeit wirkt für sich unbedeutend. Über Wochen und Jahre entstehen daraus aber Gewohnheiten, die bestimmen, wie wir uns fühlen und wie sich unser Körper verändert. Das ist übrigens kein persönliches Versagen. Studien der OECD zeigen, dass in den Industrieländern inzwischen mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung von Übergewicht betroffen ist. Es geht also nicht um fehlende Disziplin einzelner Menschen, sondern um eine Umgebung, die uns das Zunehmen leicht macht.

Genau dort setzt für mich der Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung an. Schuld macht klein. Verantwortung eröffnet Handlungsspielraum.

Meine größte Erkenntnis begann nicht mit einer Diät

Lange dachte ich, ich hätte einfach die falsche Ernährungsform noch nicht gefunden. Also probierte ich hier etwas aus und dort etwas Neues. Irgendwann wurde mir klar: Keine Diät der Welt kann Gewohnheiten verändern, die tief verankert sind. Deshalb begann ich nicht mit einem Ernährungsplan, sondern mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme.

Ich beobachtete meinen Alltag. Wann esse ich? Warum esse ich? Habe ich wirklich Hunger, oder esse ich aus Gewohnheit, aus Stress oder weil gerade etwas vor mir steht? Diese Fragen waren für mich wertvoller als jede Kalorientabelle.

Raus aus der Diät-Falle

Für mich steht heute fest: Eine Diät bringt langfristig nichts. Der Körper merkt sich den alten Zustand, und sobald du wieder normal isst, ist das Gewicht oft schnell zurück, manchmal sogar mehr als vorher. Diesen Jojo-Effekt kenne ich selbst gut.

Deshalb wollte ich raus aus dem Diät-Denken und rein in eine ehrliche Selbstbeobachtung. Nicht kurzfristig verzichten, sondern mich immer wieder fragen, was ich eigentlich nebenbei esse und warum. Der Körper einer Frau in den Wechseljahren braucht eine andere, bewusstere Ernährung als noch mit zwanzig oder dreißig. Was früher problemlos ging, verlangt jetzt einfach mehr Aufmerksamkeit. Das ist keine Einschränkung, sondern eine Einladung, dich selbst besser kennenzulernen.

Welche Lebensmittel tun dir heute noch gut?

Mit den Wechseljahren verändert sich unser Körper spürbar. Lebensmittel, die früher selbstverständlich waren, fühlen sich plötzlich anders an. Nach manchen Mahlzeiten war ich müde, manchmal hatte ich einen Blähbauch oder fühlte mich einfach schwer. Also begann ich genauer hinzuschauen: Welche Lebensmittel tun mir heute noch gut, und welche vertrage ich längst nicht mehr so wie mit zwanzig? Diese eine Frage hat meinen Blick auf Ernährung verändert. Es lohnt sich, dem eigenen Körper wieder zuzuhören.

Ein Blick in den Kühlschrank kann vieles verändern

Eines Tages öffnete ich meinen Kühlschrank und stellte mir eine andere Frage als sonst. Nicht: „Was esse ich heute?“, sondern: „Unterstützt mich das, was hier liegt, eigentlich auf meinem Weg zum Wohlfühlgewicht?“ Danach schaute ich auch in meinen Vorratsschrank, nicht mit schlechtem Gewissen, sondern mit Neugier. Unser Zuhause beeinflusst unsere Gewohnheiten viel stärker, als uns oft bewusst ist. Was wir einkaufen, landet früher oder später auf unserem Teller.

Der Wendepunkt: Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Der Weg bis zu meiner Entscheidung dauerte lange. Die Entscheidung selbst fiel innerhalb weniger Minuten. Ich wollte mich wieder wohlfühlen. Nicht nächsten Montag, nicht nach dem Urlaub, nicht zum Jahreswechsel, sondern jetzt.

Von diesem Tag an kochte ich wieder häufiger frisch. Gemüse und Eiweiß bekamen mehr Platz auf meinem Teller, ich reduzierte Zucker, ließ viele Snacks weg und trank ausreichend Wasser. Nicht aus Zwang, sondern weil ich meinem Körper wieder etwas Gutes tun wollte.

Mehr Aufmerksamkeit für meinen Darm

Mit der Ernährungsumstellung beschäftigte ich mich auch intensiver mit meiner Darmgesundheit. Mir wurde bewusst, wie eng Verdauung, Stoffwechsel und Wohlbefinden zusammenhängen. Mehr Ballaststoffe, ausreichend Wasser, Flohsamenschalen und fermentierte Lebensmittel wurden zu festen Bestandteilen meines Alltags. Gleichzeitig beobachtete ich genauer, welche Lebensmittel mir wirklich guttaten, denn nicht jeder Bauch ist automatisch ein Menobauch. Manchmal steckt auch eine Verdauung dahinter, die aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wie ich meinen Darm im Alltag unterstütze, erzähle ich dir in einem eigenen Artikel hier auf dem Blog.

Es war nie nur das Essen

Mit etwas Abstand wurde mir klar, dass Essen nur ein Teil der Geschichte war. Stress spielte eine mindestens genauso große Rolle. Wer dauerhaft unter Druck steht, schläft oft schlechter, bewegt sich weniger und greift schneller zu süßen oder energiereichen Lebensmitteln. Für mich gehören das Nervensystem und die Wechseljahre deshalb untrennbar zusammen.

Auch ich hatte einen Rückfall

Ich möchte hier ehrlich sein: Auch ich hatte einen Rückfall. Über eine Zeit habe ich gemerkt, dass ich regelrecht nach Süßem gesucht habe, besonders wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig zusammenkamen. In solchen Phasen bin ich schnell wieder in alte Muster zurückgerutscht.

Der Unterschied zu früher war aber, dass ich es diesmal viel schneller erkannt habe. Weil ich meine eigenen Methoden schon kannte, konnte ich sofort gegensteuern, statt wochenlang in diesem Modus zu bleiben. Seitdem ist es wieder gut. Für mich geht es gar nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, schnell wieder zurückzufinden, wenn ich mal aus der Balance gerate.

Auch Bewegung bekam einen neuen Stellenwert, nicht als Strafe, um Kalorien zu verbrennen, sondern weil ich wieder Freude daran haben wollte, meinen Körper zu spüren. Spaziergänge, Hula Hoop, Krafttraining zu Hause oder einfach mehr Schritte im Alltag machten einen größeren Unterschied, als ich erwartet hatte.

Heute weiß ich, dass mein Weg nicht perfekt war. Es gab Rückschläge, Urlaube, Geburtstage und stressige Phasen. Genau das ist das echte Leben. Entscheidend ist nicht ein einzelner Tag, sondern das, was du die meiste Zeit tust.

Vielleicht fragst du dich jetzt

Warum nehmen viele Frauen in den Wechseljahren schneller zu?

Der Hormonhaushalt verändert sich in dieser Lebensphase, der Stoffwechsel arbeitet oft langsamer und Muskelmasse baut sich leichter ab. Was mit zwanzig problemlos ging, wirkt sich mit fünfzig anders auf den Körper aus. Das ist kein Versagen, sondern eine körperliche Veränderung, auf die es sich lohnt zu reagieren.

Warum bringen strenge Diäten meist keinen dauerhaften Erfolg?

Der Körper merkt sich den alten Zustand. Nach einer strengen Diät folgt häufig der Jojo-Effekt, das Gewicht kommt zurück, manchmal sogar mit ein paar Kilo mehr. Nachhaltiger sind kleine, bewusste Anpassungen im Alltag statt kurzfristiger Verbote.

Welche Rolle spielt Stress beim Zunehmen?

Eine große. Dauerhafter Stress wirkt sich auf Schlaf, Bewegung und Essverhalten aus und kann Heißhunger auf Süßes begünstigen. Wer sich um sein Nervensystem kümmert, tut damit oft auch seinem Gewicht etwas Gutes.

Wie erkenne ich, welche Lebensmittel mir noch guttun?

Am besten hilft aufmerksame Beobachtung: Wie fühlst du dich nach bestimmten Mahlzeiten? Müdigkeit, Blähbauch oder ein Schweregefühl können Hinweise sein, dass ein Lebensmittel dir gerade nicht mehr so gut bekommt wie früher.

Gibt es einen einfachen Einstieg für den Alltag?

Genau daran arbeite ich gerade. Ich entwickle einen kompakten Fahrplan, mit dem du zum Beispiel eine bewusste Bestandsaufnahme deines Kühlschranks und Vorratsschranks machen kannst, dazu passende Alltagstipps. Er ist bewusst so gedacht, dass er auch funktioniert, wenn du viel unterwegs bist, so wie ich. Mehr dazu erfährst du bald hier auf dem Blog.

Mein Fazit

Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, bin ich dankbar, dass ich den Mut hatte, genauer hinzusehen. Nicht auf die Waage, sondern auf mein Leben. Ich habe gelernt, dass die Wechseljahre nicht gegen mich arbeiten. Sie haben mich vielmehr eingeladen, meine Gewohnheiten zu hinterfragen und besser auf meinen Körper zu hören.

Der erste Schritt beginnt für mich nicht beim Handeln, sondern im Kopf: bei der Entscheidung. Erst wenn du sie wirklich triffst und spürst, folgt die Umsetzung fast von selbst. Ich habe das damals wirklich konsequent durchgezogen, und genau das hat den Unterschied gemacht.

Wichtig war mir dabei, dass alles alltagstauglich bleibt. Ich war in dieser Zeit selbst viel unterwegs, auf Reisen und im Alltag eingespannt. Deshalb weiß ich, wie schnell man sonst wieder beim spontanen Griff zu irgendetwas landet. Ein bisschen Vorausplanung macht hier den Unterschied.

Deine Veränderung beginnt nicht mit einer Diät. Sie beginnt mit einer bewussten Wahrnehmung: was du willst und was du nicht mehr willst. Und mit der Entscheidung, einfach Ja zu sagen. Ja zu einer Veränderung.

Gewohnheiten kannst du sofort anpassen. Ein Spaziergang, der etwas länger ist. Bewegung, die dich jeden Tag begleitet. Der Start in den Morgen mit einem Glas Wasser oder Zitronenwasser. Oder ein bewusster Blick in deinen Kühlschrank: Was hast du da drin, und was darf gehen?

Und dann stell dir die Frage: Was kann ich heute tun, damit ich mich in meinem Körper wieder wohlfühle? Genau diese kleinen Entscheidungen sind es, die Monate später den größten Unterschied machen. Du musst nur starten. Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen.

Fühlst du dich schon wohl, ist alles gut so, wie es ist. Fühlst du dich nicht wohl, dann verändere es. Du kannst das. Ich konnte es auch, mit meinem Willen. Und du hast auch einen.

Ciao 💖

Wonja

 

 

Blog wokolifestyle.de für Frauen 45+ über Well Aging mit natürlichen Methoden, gesunde Rezepte und Wohlfühlrituale für ein bewußtes Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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